Die Garnison 
von Otto Gebauer


Zum ersten Male stand in den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts in Gumbinnen Militär und zwar eine Eskadron des Husaren-Regiments Prinz Eugen, später eine Eskadron des Möllendorfschen Dragoner-Regiments. 

Von 1746—1756 ist für eine Kompanie des Garnison-Regiments L'Hopical Gumbinnen Standort gewesen. Das Garnisonsleben vor 200 Jahren war natürlich nicht mit dem späteren Soldatenleben zu vergleichen. Im allgemeinen ließ sich der Dienst damals wohl ertragen. Im Jahr hatte der Soldat nur drei Monate Exerzierzeit, die übrigen neun Monate wurde die Mannschaft im weitgehenden Maße beurlaubt. Nur die Wachen mussten dauernd besetzt sein, und bei der täglichen Wachtparade in Gegenwart sämtlicher Offiziere wurde jedes Mal das ganze Exerzieren einschließlich Laden und Feuern durchgeführt. So war dafür gesorgt, dass der Soldat dauernd in Übung und kriegsmäßiger Ausbildung blieb.

Jede dritte oder vierte Nacht Wachtdienst, exerzieren bei der Wachtparade, ein wenig Arbeitsdienst, Mithilfe bei der Ausbildung der je nach der Werbung zu ver¬schiedenen Zeiten eintreffenden Rekruten — das war neun Monate lang die ganze Beschäftigung. In den drei Exerziermonaten musste sich jeder allerdings um so mehr dem militärischen Dienst unterziehen. Auch der Offizier, besonders der jüngere, wurde nicht geschont. Seine einzige Erholung war ein Ritt auf die Güter in der Nachbar¬schaft oder die Jagd. Unbefugte Ausübung der Jagd war jedoch streng verboten. Schießen oder Hetzen auf fremdem Gelände kostete für ein Wildschwein 400, für einen Hirsch 500 Taler Strafe. Das Wildbret musste beim Torschreiber am Stadttor verzollt werden. Längeren Urlaub — selbst zum Besuch eigener Güter — zu erhalten, war sehr schwierig. Wollte der Offizier länger als ein bis zwei Nächte fortbleiben, so musste das Gesuch über alle Dienststellen nach Berlin an den König gehen, „damit durch die nächste abgehende Post Sr. Königl. Majestät Allerhöchste Ordre und Permission dazu ergehen könnte". Wie lange mag es trotz aller Beschleunigung bei den damaligen Postverhältnissen wohl gedauert haben, bis die Antwort eintraf! (9 Tage und 9 Nächte dauerte damals die Fahrt mit der Postkutsche von Gumbinnen nach Berlin!)

Ein Straßenname wahrt die Erinnerung an einen Offizier aus jener Zeit: Im Jahre 1745 verstarb in Gumbinnen der Königl. Preuß. Obristleutnant Johann v. Meelbeck. Durch sein Vermächtnis wurden großzügige Wohlfahrtseinrichtungen in der Stadt gegründet, die unter der Bezeichnung Meelbeckstifung bekannt waren.

Nach dem Siebenjährigen Kriege fanden wir in Gumbinnen mehrere Kompanien des Garnison-Regiments Nr. l von Hallmann und 1780 das II. Bataillon des Königl. Preuß. Infanterie-Regiments von Hallmann. Für unsere heutigen Begriffe von einer Truppe ist die Tatsache bemerkenswert, dass auch die Familienangehörigen der Soldaten zum Bataillon gezählt wurden. Es setzte sich zusammen aus „insgesamt 18 Oberoffizieren, 47 Unteroffizieren und Feldscheren, 253 Tambouren und Gemeinen, 10 Offiziersbedienten, dazu kamen 162 Frauen und 215 Kinder, insgesamt 705 Seelen". Obwohl Friedrich der Große schon mit dem Kasernenbau begonnen hatte, waren doch hier in Gumbinnen die Soldaten noch lange Zeit in Privatquartieren („Bürgerquartieren") untergebracht, in denen der Unteroffizier morgens und abends seine Runde machte.
 
Gumbinnen muss damals geradezu als Großstadt im Verhältnis zu den kleinen masurischen Garnisonsstädten angesehen worden sein, denn ein Oberleutnant von Wedell schrieb zu jener Zeit an seine Braut: „Unsere Offiziere in Gumbinnen leben herrlich und in Freuden. Eine Komödie haben sie schon gegeben, und am Neujahrstag führen sie wieder eine auf."

Von 1796-1811 standen hier einzelne Kompanien des Infanterie-Regiments Wildau, dessen Chef wohl als recht seltenes Original gelten kann. An jedem Markttage begab er sich in voller, reichbestickter Generalsuniform, auf dem Haupt den mit der Straußenfederkante geschmückten Dreispitz, in das Gewühl des 'Wochenmarktes. In der Hand trug er wie eine brave Hausfrau das Marktnetz, das sehr wenig zu seiner sonstigen soldatischen Erscheinung passte. Da hob nun ein großes Feilschen an. Die Exzellenz kletterte höchstselbst auf die Bauernwägelchen, befühlte Hühner, begutachtete Eier und prüfte Fische und Krebse auf ihre Frische hin. Und auch ein kräftiges plattdeutsches Wort nahm er nicht übel, wenn einmal die Meinung von Käufer und Verkäuferinnen nicht so ganz übereinstimmen wollte. War sein Bursche gerade nicht zur Hand, so machte er sich gar nichts daraus, selbst die ganzen Küchenschätze nach Hause zu tragen, vorbei an der präsentierenden Schildwache, über deren Gesicht es manchmal von verhaltenem Lachen gezuckt haben wird. Zu Hause band dann der General eine grobe Küchenschürze um, zog kunstgerecht Hasen ab, nahm Geflügel aus und empfing dabei seinen Adjutanten, den jungen Boyen, der zwischen Kohlköpfen, Entenrümpfen und zappelnden Fischen seinen täglichen Regimentsrapport erstatten musste. Nach der Sitte der damaligen Zeit, die noch keine Offiziersheime kannte, waren täglich Offiziere des Regiments seine Gäste, und wir glauben es Boyen gerne, wenn er bekräftigt, dass man im Wildauschen Hause stets ganz vorzüglich gespeist habe.

Wie so mancher preußische Offizier jener Tage war von Wildau Ausländer, wohl in Österreich geboren, aber innerlich sehr bald Preuße geworden. Wenngleich seine Bildung manche Lücke aufwies, konnte man ihn doch keineswegs als unbedeutenden Menschen bezeichnen; er war durchaus eine Persönlichkeit, ein vortrefflicher Soldat, der in vielen Anschauungen seiner Zeit weit vorauseilte. So führte er z. B. zum Erstaunen der damaligen militärischen Welt eine fast neuzeitlich anmutende Behandlung der Mannschaft ein. Trotz seiner vorher erwähnten Eigenheiten war von Wildau ein fähiger und tapferer Soldat. Er starb 1794 im polnischen Feldzuge an den Folgen eines nassen Biwaks, und seine letzten Fieberfantasien beschäftigten sich durchaus nicht etwa mit den Geheimnissen der Kochkunst, sondern mit Befehlen zur Einnahme Warschaus.

Ebenso wenig wie um Kasernen brauchte sich damals der Fiskus um Exerzierplätze zu sorgen. Diese Rolle übernahmen ein für allemal die Marktplätze der kleinen Städte. — Zur Gehaltsfrage sei folgendes bemerkt: Der Sergeant bekam 5 Taler, der Mitteloffizier (so wurden die jüngeren Sergeanten noch genannt) 4 ½ Taler, der Korporal 3 ½ Taler, ein Feldscher 4 Taler 12 Groschen, wozu dann noch das Traktament kam. Der Feldscher (Militärarzt) stand damals übrigens auf gleicher Rangstufe wie der Regimentsfriseur, den man Perückenmacher nannte. (Brachte doch erst die Heeresorganisation König Wilhelms I. und seines Kriegsministers von Roon 1860 die Erhebung der Militärärzte in den Offiziersrang.) Die Bedeutung, der man nach Einführung des Zopfes durch den Soldatenkönig der Beschaffenheit dieser Soldatenfrisur beimaß, mag diese Wertschätzung verständlich machen, denn die Locken zu beiden Seiten des Kopfes waren ja beinahe die wesentlichsten Unterschiedsmerkmale der Regimenter. So hatten 1790 die in Gumbinnen garnisonierenden Dragoner vier Locken, auf jeder Seite zwei und zwei übereinander, während das Regiment von Klinckowström quer über das Ohr nur eine Locke trug.

1848 sollte dann das Grenadier-Regiment Nr. 3 nach Gumbinnen verlegt werden. Für die Ausbildung wurde ein Exerzierhaus an der Promenade vorgesehen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen im „Intelligenzblatt für Lithauen", da Gumbinnen um seine Promenade bangte. „Baut nur ein Exerzierhaus in der Nähe auf, dann wer¬den sich die Nachteile handgreiflich herausstellen. Es wird der Anziehungspunkt obskurer Frauenzimmer sein, und besonders den Nachtfaltern zum Sammelplatz dienen."

1849 finden wir schon wieder ein anderes Regiment in Gumbinnen, und zwar das Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpr.) Nr. 1. Es folgen:
von 1851—1855 das Grenadier-Regiment Friedrich der Große (3. Ostpr.) Nr. 4,
von 1855—1858 das Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpr.) Nr. 1,
von 1858—1859 das Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpr.) Nr. 3,
von 1860—1864 das Infanterie-Regiment Nr. 43,
von 1864—1866 das Infanterie-Regiment Nr. 41.

Das vorerwähnte Grenadier-Regiment Nr. 3 stand später wieder bis zum Frühjahr 1889 in Gumbinnen in Garnison.

Die Unterbringung der Truppe bereitete jedes Mal, wenn ein neuer Truppenteil die Stadt als Garnison erhielt, große Schwierigkeiten. Genau musste alles festgelegt und bestimmt werden. Eine Tabelle gab etwa folgenden Aufschluss: Unteroffiziere, Bataillonstambour, Gemeine und Spielleute haben auf besondere Stuben keinen An¬spruch und müssen in Kammern schlafen, welche gegen den Einfluss der Witterung vollkommen gesichert sind, an einem gesunden und hellen Ort im Hause, zu denen in den oberen Stockwerken eine ordentliche Treppe führt. Am Tage sind sie aber berechtigt, sich in der Wohnstube des Wirtes oder in einer anderen reinlichen Stube der Hausgenossen aufzuhalten, welche im Winter geheizt und bis 9 Uhr abends mit einem Licht oder einer Lampe zum gemeinschaftlichen Gebrauch versehen sein muss. Die Lagerstätten müssen reinlich und für jeden Mann soll eine besondere vorhanden sein. Es gehört dazu ein Bettgestell, ein Strohsack, ein Unterbett oder Matratze, ein Kopfkissen, ein Bett-Tuch und eine für den Winter zureichend warme Decke oder ein Deckbett. Wöchentlich ist ein reines Handtuch zum Gebrauch zu verabreichen. In einer Kammer dürfen in der Regel nicht mehr als vier Mann untergebracht werden, und müssen in derselben der gehörige Raum und die erforderlichen Utensilien vorhanden sein, als ein Tisch, drei bis vier Fuß lang, zwei bis drei Fuß breit, für jede Person ein hölzerner Stuhl, eine Vorrichtung zum Aufhängen der Waffen, Lederzeug und Montierungsstücke. Das Lagerstroh wird alle zwei Monate und die Bettwäsche alle Monate gewechselt. Eine Unterkunft in enger Dachkammer, die sicherlich nicht immer den Bestimmungen entsprach, in der im Sommer eine fürchterliche Hitze brütete, und im Winter der Schnee durch die Ritzen des Daches fegte, war für die Soldaten der späteren Zeit vielfach undenkbar. Doch nun genug von den Unterkünften. Sehen wir uns einmal die Soldaten genauer an, die vor siebzig bis achtzig Jahren durch die Straßen Gumbinnens wandelten. Die äußere Erscheinung war damals fraglos eine andere als in der heutigen Zeit sportlichen Trainings. Wir brauchen uns nur in alten Familienalben die allmählich verblassenden Lichtbilder daraufhin anzusehen, gab es doch in Ostpreußen kaum eine derartige Sammlung ohne Soldatenbilder. Noch galt der Bart als höchste Manneszierde, ganz besonders für den Soldaten, und im innersten tief erschauernd sang das kleine Mädchen: „Und der Hauptmann mit dem Schnurrbart, der mich traf mit seinem Blick .. ." Sogar Mannschaften, Unteroffiziere, Sekondeleutnants waren meist schon mit dicken Schnurrbärten behaftet. Wollte die Natur nicht recht mitmachen, so half man mit allerlei angepriesenen Haarwuchsmitteln nach. Die älteren Offiziere, insbesonders die Kriegsgeneration von 1864 und 1870/71, trugen gern den langen Vollbart des Kronprinzen Friedrich Wilhelm oder das ausrasierte Kinn Kaiser Wilhelms I., die eigentlich typisch preußische Barttracht dieses Zeitalters. In der Armee wie in der Marine ist ja von jeher die Barttracht des Höchstkommandierenden von maßgebendem Einfluss gewesen. Vom Haupte quollen unter den sehr steilen und kleinen Mützen an den Schläfen oft die aufgebürsteten, seitlich wegstehenden „Helmträger" hervor.

Nach unserem Empfinden ist der Schnitt der Uniformen längst nicht so gefällig gewesen, wie etwa kurz vor 1914. Alles, die Knöpfe, die Schulterstücke, damals noch Achselklappen genannt, wie auch die Achselstücke und die Epauletten der Offiziere hatten andere Ausmaße, die langen Stiefel waren hoch und schwer und besaßen ganz weiche Schäfte. Die Schärpe mit ihren lang herabhängenden silbernen Quasten wurde sowohl im Manöver wie auch im Standort zum Dienstanzug getragen. Die spätere Feldbinde, ähnlich der der Fliegeroffiziere, gab es noch nicht. Das Manöver machte übrigens der jüngere Infanterieoffizier als Unberittener noch in langen Beinkleidern mit; auch der Kompanieführer gehörte bis zum März 1888 zu den unberittenen Offizieren. Noch stand der Kriegssoldat, umgeben vom Glanz dreier siegreicher Feldzüge, sehr stark im Mittelpunkt; die Zeit jagte im Strudel wechselnder Geschehnisse noch nicht so rasch vorbei wie heute, und viel wurde auch im Familienkreise von Schlachten und Gefechten gesprochen.

1887—1898 stand in Gumbinnen das Dragoner-Regiment von Wedell Nr. 11, das dann bis zum Ersten Weltkriege Lyck als Garnison erhielt, und seit 1889 fanden wir in Gumbinnen das Füsilier-Regiment Graf Roon Nr. 33, den Stab, die I. (reitende) und II. (fahrende) Abteilung des Feldartillerie-Regiments Prinz August von Preußen (1. Lith.) Nr. l und den Stab sowie drei Eskadronen des Ulanen-Regiments Graf zu Dohna (Ostpr.) Nr. 8.

Am 30. März 1889 wurde das Füsilier-Regiment Graf Roon (Ostpreußisches) Nr. 33 mit dem Regimentsstabe und seinem I. und II. Bataillon von Königsberg nach Gumbinnen verlegt, denen dann am 1. April 1890 das III. Bataillon, das bis dahin in Goldap in Garnison lag, folgte, so dass von diesem Tage ab das ganze Regiment bis zu seiner Auflösung Ende März 1919, also volle dreißig Jahre, Gumbinnen als Garnisonstadt behielt. Das Regt, entstammt nach O. Gebauer den im Jahre 1815 aus schwedischen in preußische Dienste übernommenen schwedischen Regt. „Königin" und „Bohuslän". Nach M. Lezius ist der Stiftungstag des Regts. der 6. 3. 1749.

Träger der Tradition des Füsilier-Regiments Graf Roon waren in der Reichswehr die 10. und 12. (MG-)Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 1. Die Beziehungen des Ulanen-Regiments Graf zu Dohna (Ostpr.) Nr. 8 zu der alten Garnison Gumbinnen beginnen mit dem Jahre 1902. Das Regiment, das ursprünglich als russisch-deutsche Legion am 6. 9. 1812 gegründet worden war, hatte zuerst am Rhein gestanden, war dann in verschiedenen Standorten Westpreußens gewesen und zuletzt in Lyck und Treuburg; es tauschte auf Befehl des Kaisers vom 1. Oktober 1901 im Laufe des Jahres 1902 mit dem Dragoner-Regiment v. Wedell (Pomm.) Nr. 11. Mancher Sohn der Stadt Gumbinnen hat seine Dienstzeit in den Reihen des Regiments verbracht, ebenso wie viele Landwirtssöhne der Umgebung ihrer Dienstpflicht in Gumbinnen genügten; das Regiment war dadurch bodenständig geworden und konnte seinen Rekrutenbedarf größtenteils aus Freiwilligen decken.

Der heimattreue Ost- und Westpreuße" (17. Jhg. H. 7. Berlin, 1. Juli 1937) berichtet: „Das ehemalige Ulanenregiment Graf zu Dohna (Ostpreußisches) Nr. 8 beging im Juni 1937 in seiner letzten Friedensgarnison Gumbinnen die Jubelfeier seines 125 jährigen Gründungstages. Etwa 500 ehemalige Dohna-Ulanen waren als allen Teilen des Reiches nach Gumbinnen gekommen."

Im Jahre 1891 kam die Reitende Abteilung, 1899 die 2. Abteilung und der Regimentsstab des Feldartillerie-Regiments „Prinz August von Preußen" (1. Lith.) Nr. 1 nach Gumbinnen in Garnison, nachdem es schon vorher seit 1780 Jahrzehnte hier gestanden hatte (Stiftungstag: 1. 10. 1772). Die Kasernen wurden zu beiden Seiten der Pillkaller (späteren Schloßberger) Straße errichtet und haben dem Regiment in der Gumbinner Garnisonszeit dauernd als Unterkunft gedient. Die 1. Abteilung hatte in Insterburg ihren Standort. In der Reichswehr übernahm zunächst die 4. Batterie des 1. (Preußischen) Artillerie-Regiments in Königsberg Pr. die Fortführung der Tradition des Feldartillerie-Regiments „Prinz August von Preußen", Ende des Jahres 1937 jedoch auf Befehl des Generalkommandos des I. Armeekorps die in Gumbinnen stehende III. Abteilung des Artillerie-Regiments 1. Im Volksmund wurden die Angehörigen des Feldartillerie-Regiments allgemein die „Prinz-Auguster" genannt.

Am 1. Januar 1921 standen in Gumbinnen der Stab des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 1, die 10. Kompanie des I.-R. 1, mit der Wahrung der Tradition des Füsilier-Regiments Graf Roon (Ostpr.) Nr. 33, und die 11. Kompanie I.-R. 1 mit der Fortführung der Tradition des Infanterie-Regiments Graf Kirchbach (1. Niederschlesisches) Nr. 46 beauftragt; außerdem zwei Eskadronen der Fahrabteilung 1, die hauptsächlich aus ehemaligen Artillerie-Truppenteilen hervorgegangen waren. 9. und 12. Kompanie hatten mit einer Dienstaufsichtsstelle Insterburg als Standort zugewiesen erhalten. Erst im August 1921 erfolgte die endgültige Zusammenlegung des ganzen III. Bataillons Infanterie-Regiment 1 in Gumbinnen.
Die 12. Kompanie bezog die Prinz-August-Kaserne, das frühere Standquartier des Feldartillerie-Regiments 1.

Ende September 1934 entstand das Infanterie-Regiment Gumbinnen, dessen Stab, I. und III. Bataillon, 13. und 14. Kompanie nunmehr Gumbinnen als ihren Standort zugewiesen erhielten, während das II. Bataillon in Goldap verblieb. Am 15. Oktober 1935 erhielt das Regiment die Nr. 22.

Seit 1938 war die III. Abt. des Artillerie-Regiments 1 in Gumbinnen in der Ka¬serne vor Fichtenwalde an der Erich-Koch-Straße gegenüber dem Kraftwerk des Ostpreußen-Werkes stationiert. Hinzu kamen verschiedene Ergänzungseinheiten. 

In der Stadt Gumbinnen bestanden zuletzt folgende Heeresobjekte:

1.   Ehemalige Ulanen-Kaserne (Kavalleriekaserne), Bismarckstraße 42/44
      (hier waren Arbeitsamt und Finanzamt untergebracht)
2.   Maschinengewehrkaserne in der Pillkaller Straße
3.   Otto-Kaserne, Moltkestraße
4.   Fahrerkaserne, Pillkaller Straße (früher Artillerie-Kaserne)
5.   Infanterie-Kaserne, Friedrichstraße
6.   Standortverwaltung, Salzburger Straße
7.   Heeresverpflegungsamt, Moltkestraße
8.   Versorgungslazarett, Pillkaller Straße
9.   Schießstandgelände mit Standortsportplatz
10. Artilleriekaserne bei Fichtenwalde
11. Standortschwimmanstalt
12. Barackenkaserne Fichtenwalde
13. Magazingebäude am Magazinplatz.

  

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