Übersicht
Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz
 
Hochfließ (Augstupönen) mit Gut Augstupönen: Kirchspiel und Standesamtsbezirk Amtshagen (Szirgupönen). Amtsbezirk Ohldorf Ostpr. (Kulligkehmen). E.: 486. GH.: 990 RM. G.: 867 ha. —

Einklassige Volksschule, letztes Schulhaus erbaut vor 1914, Um- und Erweiterungsbau von 1926. In der Liste der Kreisgemeinschaft Gumbinnen vom 26. 9. 1966 unter Kirchspiel Altstädtisch-Lutherische Kirche Gumbinnen geführt, 1925: Lehrer August Hoffmann, 1937: August Jelinski. —

1937: Bürgermeister Bauer August Adomat jun. —

Post: Augstupönen üb. Gumbinnen (7 km). —

Landwirte: August Adomat, August Adomat jun. (Landwirt und Gärtnereibesitzer), Elise Adomat, Minna Adomat, Gustav Bacher, August Balschun, Fritz Bendig (Landwirt und Fleischbeschauer), Fritz Gaudßun, Franz Gutzat (Landwirt und Ortsbauernführer), Friedrich Gutzat, Franz Harnach (Land- u. Gastwirt), Adolf Henkies (Maschinenschlosser und Landwirt), August Junkereit, Gottlieb Kahl, Friedrich Katluhn, Emil Krämer, Otto Krämer, Landwirts-Witwe Susanne Krämer, Fritz Leitner (Schneider und Landwirt), Robert Loos, Albert Naujokat (Stellmacher u. Landwirt), Franz Paslat, Franz Schwarz, Johann Schwarz, Gottlieb Seikat, Wilhelm Seikat, Friedrich Steiner, August Steiner, Karl Steiner, Wilhelm Steiner, Gottlieb Teschner, Hans Urbschat, Willi Urbschat, Fritz Warstat (Maurer und Landwirt). —

Bauern: Ernst Bachler, Franz Britt, Fritz Buttgereit, Emil Fröhlich, Henriette Grün, Willi Grün (Jungbauer), Bruno Harnack (Jungbauer), Franz Lettau, Gustav Neumann, Richard Rosteck, Heinrich Schaumann, Johann Steiner. —

Handwerker: Gärtner Ewald Andres, Tischler Wilhelm Bendig, Fleischermeister Gottlieb Borutta, Tischlergeselle Erich Dorn, Maurer und Landwirt Hans Dumont, Stellmacher Otto Dumont, Zimmermann Friedrich Frischkorn, Stellmacher Otto Gerullis, Sattlermeister Franz Grün jun., Schmiedegeselle Bernhard Grusdat, Maschinenschlosser und Landwirt Adolf Henkies, Maurer Fritz Junkereit, Schmied Johann Kaiweit, Zimmerer Gustav Karos, Gärtner Gustav Keller, Schneider und Landwirt Fritz Leitner, Maler Otto Müller, Stellmacher und Landwirt Albert Naujokat, Maler Richard Plettau, Schneider Heinrich Roß, Zimmerer Wilhelm Schilf, Schneider Gustav Strauß, Zimmermann Fritz Stubel, Maurer und Landwirt Fritz Warstat, Schmied Hans Willuhn, Autoschlosser Kurt Zeise. —

Weitere Berufe: Postagentur Marie Balschun, Postschaffner a. D. Friedrich Bendig, Bauunternehmer Fritz Bordiert, Kaufmann Alfred Borutta, Hausbesitzerin Frieda Dumont, Landw. Gehilfe Alfred Frank, Straßenwärter Otto Karos, Kutscher Otto Labuschat, Kaufmann Otto Reimann, Stütze Minna Schmidtke, Landw. Gehilfe Hans Seiler, Postbote Max Wicht, Postvertreterin Erika Zebbadies. —

Landwirtschafll. Berufe: Melker Fritz Behrendt, Besitzerin Berta Bendig, Arbeitsgehilfe Fritz Dannert, Landarbeiter Paul Dumont, Landw. Gehilfe Alfred Frank, Kutscher Otto Labuschat, Kutscher Emil Pliquett, Kutscher Otto Pliquett, Kutscher Fritz Scheffler, Landw. Gehilfe Hans Seiler, Kutscher Rudolf Weber, Knecht Albert Wol
ski, Kutscher Willi Zimmermann. —

Arbeiter: Oskar Bahrke, Fritz Baltrusdiat, Otto Didßun, Fritz Frischkorn, Otto Glenz, Wilhelm Hermann, Franz Krüger, Gustav Kurbjuhn, Fritz Lakei, Franz Melhorn, August Müller, Erich Müller, Fritz Müller, Hermann Müller, Johann Müller, Wilhelm Müller, Willi Nickeleit, August Niederstraßer, Gustav Reich, Gustav Rohrmoser, Eduard Rudeck, Hermann Scheffler, Otto Scheller, Ernst Schleicher, Willi Schwirblat, Otto Tobaschus, Willi Werning, Fritz Zimmermann. —

Sozialstatus: 8 Altsitzer, 1 Albsitzerin, 3 Rentnerinnen, 1 Rentner, 3 Rentenempfänger, 2 Rentenempfängerinnen, 1 Invaliden-Rentner, 5 Witwen, 1 Landwirtswitwe, 1 Kriegerwitwe, 1 Rentier. —

Im Ortsteil Gut Augstupönen 1937: Gutsverwalter Hugo Bordiehn, Gutsbesitzerwitwe Käthe Kuntze, Oberstleutnant Wolfgang von Wasielewski, Gutsschmied Fritz Heske, Obermelker Hermann Schwark, Melkergehilfe Ernst Marquardt, Kutscher Hermann Hennig, Deputanten: Hermann Betke, Hermann Domning, Otto Grönert, Kaiinka, Friedrich Katluhn, Friedrich Schwarz. Landarbeiter Otto Kaunat, Instmann Wilhelm Schwadries, Hofgänger Wilhelm Storbeck, Eleve Joachim Perkuhn, Arbeiter August Klein, Fritz Müller und Franz Quitschau. —

1 Rentenempfänger, 1 Rentenempfängerin, 1 Rentner. —

1925: 13 Besitzer, 18 Kleinbesitzer, 1 Pächter, 1 Lehrer, 1 Gastwirt, 1 Fleischer, 1 Bauunternehmer, 1 Riemer, 2 Maschinenschlosser, 2 Schneider, 1 Schmied, 1 Korbmacher, 1 Rentner, 1 Rentnerin, 6 Maurer, 5 Zimmerleute, 1 Postschaffner, 1 Postagentin, 1 Posthelferin. —

Im Ortsteil Gut Augstupönen 1925: Rittergutsbesitzer Erich Kunze, Gutssekretärin Lotte Rockel, Kämmerer Friedrich Hitz, Wirtschaftsleiter Hans Kunze, Lehrwirtin Charlotte Dorsch, Oberschweizer Max Frenkel, Unterschweizer Franz Müller, Stubenmädchen Martha Müller, Lotte Junkereit, Schmied August Demant, Deputanten Friedrich Grübner, August Müller, Friedr. Kat-lun, Otto Härtung, Friedrich Weber, Wilhelm Schwadries, August Schalwat, Karl Leitner, Friedrich Müller, Wilhelm Weinhei-mer. Milchfahrer August Behrendt. —

Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen Abschrift einer Chronik von Hochfließ (Augstupönen), angefertigt von Lehrer August Hoffmann in den dreißiger Jahren. Sie enthält alle Grundstücke mit ihren Besitzern und Familienbeziehungen in den letzten 2—3 Generationen und einen Lageplan (12 Blätter).

Unter 14. wird der Krug beschrieben: "Gegenüber dem Gutshof, da ungefähr, wo jetzt die Villa steht, nur nahe an der Straße, stand der alte Krug. Er ist wohl schon so alt gewesen wie das Gut selbst, und ist lange Zeit vom Gut abhängig gewesen, insofern, daß er einen Teil des Spiritus, der in der Gutsbrennerei gewonnen wurde, verpflichtet war, abzunehmen und dafür Kuhweide erhielt. Als der damalige Besitzer 1905 starb, ließen die Kinder das Land parzellieren. Den Krug mit 18 Morgen Land kaufte Mathias Adelsberger. Da das Haus baufällig war, baute er es neu auf. Nach wenigen Jahren verkaufte er das Grundstück an Hermann Gerullis. Nach 2 Jahren kaufte es der Gutsbesitzer Kuntze und verpachtete den Krug an Fritz Harnack. Im Krieg brannte das Gehöft (= Erster Weltkrieg) vollständig nieder und wurde nicht wieder aufgebaut. Heute (1937 etwa!) erinnert uns nur noch der alte Ziehbrunnen an sein ehemaliges Vorhandensein." —

Unter 39. wird das Schulgebäude erwähnt: „Ein kleines Stück ab von Gutzat steht das Schulgebäude. Von Lehrer Zieser ist wenig bekannt, nach ihm kam Lehrer Schützler, der bis zu seinem Tode tätig war; er starb 1876. Nachfolger Lehrer Keil, der 8 Kinder hatte, die täglich zu Fuß nach Gumbinnen zur Schule gingen und von denen alle 4 Söhne studierten. Der eine wurde Frauenarzt in Berlin, der andere Tierarzt in Dortmund, der dritte Baumeister, der vierte wurde Pfarrer an der Neuroßgärter Kirche in Königsberg Pr. 1893 nach der Pensionierung von Lehrer Keil kam Lehrer August Hoffmann nach Augstupönen, der 32 Jahre hier gewirkt hat. Sein Nachfolger wurde Lehrer Jelinski."

Über das Gut Augstupönen erstattet Hans Kuntze einen Bericht: Das 900 Morgen große Rittergut Augstupönen gehörte einst der Salzburger Familie Müllauer, die ausstarb. Der letzte seines Namens, Robert Müllauer, war ein besonders guter Pferdekenner. Er wurde — so hieß es — sowohl in Trakehnen, als auch bei den Privatzuchten des Kreises insonderheit bei der sehr bekannten alten Zucht der Familie Kaeswurm in Puspern zu Rate gezogen. Die Frau meines Onkels Walter Kuntze-Heinrichsdorf (es liegt bei Nemmersdorf und ist der väterliche Besitz meines Vaters), erbte Augstupönen und verkaufte es zu günstigen Bedingungen an meinen Vater, der ein passionierter Rindviehzüchter war und auf seiner Wirkungsstätte bei Dr. Ernst Brandes — Althof — Insterburg, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, manche Erfolge aufzuweisen hatte. So wurde aus dem einst bekannten Pferdezuchtbetrieb Augstupönen ein Rindviehhochzuchtbetrieb, man sagte damals auch, es wurden „schwarz-weiße Remonte" gezüchtet. Von Gumbinnen aus kommend lag das Gutshaus am Ende des Dorfes rechterhand, vor dem Hause stand eine hohe alte Kastanie. Der rechteckige Hof lag mit seiner einen Seite, dem schönen alten Speicher und dem Kutschstall direkt an der Rominte, die mit ihren recht steilen Ufern die Ländereien in zwei fast gleiche Teile zerschnitt. Der Boden war lehmig und trug alle Früchte. Besonders gut wuchsen Weizen, Zuckerrüben, Klee, Luzerne. Nur am Fluß war der Boden so milde, daß man sehr gut Kartoffeln bauen konnte. Fast die Hälfte des Landes lag in Dauerweiden, die sehr stark unterteilt waren und ein vorzügliches Futter lieferten. Der Betrieb wurde sehr viehstark eingerichtet, die Aufzucht der Jungtiere wurde individuell durchgeführt, vorzügliche Pfleger sorgten dafür, daß gesunde kräftige Jungtiere zum Verkauf als Zuchttiere herangebildet wurden. Es wurden 60 Kühe des schwarzbunten Niederungsviehs, 150 Muttern des schwarzköpfigen Fleischschafes, 10 Sauen des Deutschen Edelschweines und 4 Zuchtstuten gehalten. Der Umsatz je ha war bei der starken Viehhaltung und besonders auch durch die Zuchtverkäufe besonders hoch. Ich konnte im Zweiten Weltkrieg noch ein zweites Gut für einen meiner Söhne kaufen: Austinlauken. Es lag sehr günstig, 1 km vom Bahnhof Meldienen (Strecke Gumbinnen — Goldap). Diesen Betrieb, der über sehr gute Bodenverhältnisse verfügte, konnte ich mit sehr gutem Vieh besetzen. Es machte große Freude, diesen Betrieb aufzubauen und zu verbessern.

„Der heimattreue Ost- und Westpreuße" vom 1. Oktober 1936 bringt folgende Notiz über Augstupönen: „Als erstes Musterdorf im Rahmen der allgemein geplanten Verschönerung unserer ostpreußischen Dörfer konnte Augstupönen eine Art von Neueinweihung unter Anwesenheit des Regierungspräsidenten, von 10 Amtsvorstehern, 86 Bürgermeistern und zahlreichen Ehrengästen festlich begehen. In viermonatiger Kameradschaftsarbeit der Dorfbewohner, unterstützt von verschiedenen Organisationen, wurden die Häuser neu angestrichen, die Wege in Ordnung gebracht, die Gärten schmuck gestaltet, die Innenräume der Häuser erneuert, ein Dorfanger geschaffen und namentlich auch die Landarbeiterwohnungen freundlich hergerichtet. Nun sollen alle ostpreußischen Dörfer diesem Beispiel folgen".


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