von Bahrfeldt, Max Ferdinand, geb. 1856 in Wilmine, Kr. Templin, gest. 1936 in Halle, kam 1904 als Oberst und Kommandeur des Füsilier-Regiments Graf Roon nach Gumbinnen, ging 1907 als Brigadekommandeur nach Rastenburg und wurde 1910 Divisionskommandeur in Allenstein. Nach dem Ersten Weltkrieg von den Alliierten auf die Proscriptionsliste gesetzt. Seine Bedeutung auf dem wissenschaft­lichen Sektor lag in der Münzkunde, wo er zahlreiche Veröffentlichungen hervorge­bracht hat.


Barkowski, Martin, Bürgermeister von Gumbinnen von 1893—1915, führte die Entwicklung der Stadt von der Kleinstadt zur Mittelstadt, setzte sich tatkräftig für den Bau der Eisenbahnlinien Gumbinnen—Wehrkirchen (Szittkehmen) und Gumbin­nen—Angerapp (Darkehmen) ein, legte Kanalisation und Wasserwerk an.


Bartezky, Julius, geb. 1854 in Marienburg, gest. 01.12.1943 in Gumbinnen, war Studiendirektor der Cecilienschule und kam 1883 als solcher nach Gumbinnen. Die Schule nahm unter seiner Leitung einen ungeahnten Aufschwung. Er war Mitglied des Gemeindekirchenrates, Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher. Die Stadt hat ihm viel zu verdanken.


von Below, Georg Anton Ludwig, geb. 1858 in Königsberg, gest. 1927 in Frei­burg im Breisgau, auf dem Gute von Serpenten aufgewachsen, besuchte das Gymna­sium in Gumbinnen, studierte Geschichte und verfasste zahlreiche Schriften zur Ver­fassungsgeschichte. Er begann mit der Herausgabe der Landtagsakten von Jülich-Berg (Bd. I. 1895, Bd. II. 1907), habilitierte sich 1886 und wurde Professor an den Universitäten Münster, Marburg/Lahn, Tübingen und Freiburg, Mitherausgeber der Viertel Jahresschrift für Sozial- u. Wirtschaftsgeschichte. Ab 1917 wegen seiner konser­vativen Auffassung vielfach angegriffen, erfuhr er manche Zurücksetzung. 


Bender, Karl Ludwig, geb. 1811 in Königsberg, gest. 1893 in Gumbinnen, kam aus sehr armen Verhältnissen, bestand 1830, ohne eine höhere Schule zu besuchen, die Reifeprüfung und studierte in Königsberg alte Sprachen und Geschichte, wurde Haus­lehrer bei der Familie Käswurm in Puspern, 1841—1851 am Altstädtischen Gym­nasium in Königsberg, kaufte das Gut Katharinenhof und wurde politisch tätig, so als Stadtverordneter in Königsberg (1847—51); von 1861—1885 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhause an und zählte zu den Gründern der Fraktion Jung-Litauen und der daraus hervorgegangenen Fortschrittspartei. B. war ein typischer Vertreter des geistig hochstehenden bürgerlichen Liberalismus Ostpreußens. Durch seine Gattin, Ida Käswurm, war er ein Schwager des Freiherrn Leopold von Hoverbeck. 


Bergenroth, Julius, geb. 1818 in Marggrabowa (Treuburg), gest. 1896 in Berlin, war zuerst Oberlehrer am Gymnasium in Gumbinnen, ging 1850 an das Gymnasium nach Thorn, wurde dort Stadtverordneter, Stadtverordnetenvorsteher und von 1871—1885 Vertreter des Wahlbezirks Thorn-Kulm im preußischen Abgeordneten­haus (Fortschrittspartei), schied 1882 aus dem Schuldienst aus und wurde Ehrenbür­ger der Stadt Thorn. 


Bergius, Karl Ludwig, geb. 1716 in Pillau, gest. 1767 in Königsberg, widmete sich dem Bauwesen, wurde 1732 Condukteur (Bauführer) bei der litauischen Kammer in Gumbinnen, 1763 Kriegs- und Domänenrat bei der Kammer in Königsberg, hatte 1753—58 die Bauleitung bei Errichtung des Barock-Rathauses in Tilsit und 1757—60 beim Bau der litauischen Kirche (Landkirche) daselbst.


Blaskowitz, Johannes Albrecht - Generaloberst, Sohn des Pfarrers Hermann Blaskowitz ( 30.04.1919 in Stallupönen), geboren am 10.07.1883 in Paterswalde Kreis Wehlau, bekannt als deutscher Heerführer im Zweiten Welt­krieg. Nach Kriegsende war er im Lager Allendorf, wo General der Artillerie H. Sinnhuber ihn antraf und darüber schreibt: „Im Lager Allendorf war zeitweise Ge­neraloberst Blaskowitz deutscher Lagerführer. Sein Vater war als Pfarrer aus Wal­terkehmen eine bekannte Persönlichkeit gewesen. Über den Ehrenrat — es war mehr eine Schlichtungsstelle für gelegentlich aufkommende, in unserer Lage unvermeid­bare Meinungsverschiedenheiten — hatte ich häufig mit Generaloberst Blaskowitz zu tun. Wir sprachen uns auch sonst oft ganz unter vier Augen bei einem Glas Tee. Er war ein tief gläubiger Mann. Über den allverehrten Pfarrer Lic. Gemmel, der mich konfirmiert hatte, kamen wir auch auf dessen tief ergreifende Grabrede, die er dem unter so besonders tragischen Umständen in Insterburg im Duell gefallenen Bruder von Blaskowitz bei der Beisetzung in Gumbinnen gehalten hatte. Generaloberst Blas­kowitz kam vor das Nürnberger Tribunal und ist dort am 5. 2. 1948 den Freitod gestorben. Es hat mich tief erschüttert und bleibt mir nach allen Gesprächen, die ich — gelegentlich auch in Gegenwart seiner Gattin — mit ihm geführt hatte, immer unfaßbar." 


von Blumenthal, Adam Ludwig, geb. 1891 i. d. Prignitz, gest. 1761 in Berlin, 1736 vom König zum Chef des Deputationskollegiums in Gumbinnen als Nachfolger M. C. von Bredows berufen; gleichzeitig wurde er Wirkl. Geh. Etats-Minister und nach Abtrennung der Litauischen Kriegs- und Domänenkammer deren erster Präsi­dent. Friedrich der Große ernannte ihn 1745 nach dem Tode von Görnes zum dirigierenden Minister beim Generaldirektorium für das litauische Departement. Er blieb Minister bis zu seinem Tode. 


Borbstädt, Adolf, geb. 1803 in Gumbinnen, gest. 1873 in Berlin, machte eine mili­tärische Laufbahn bis zum Obersten, als der er 1857 verabschiedet wurde, gewann Bedeutung in der militärwissenschaftlichen Literatur, leitete seit 1863 die Militärlite­raturzeitung, seit 1866 das neu organisierte Militärwochenblatt, das 1870/71 täglich erschien, verfasste die Geschichte der Kriege von 1866 und 1870/71, die große Ver­breitung fanden. 


von Bramann, Fritz Gustav, geb. 1854 in Wilhelmsberg, Kr. Darkehmen (Ange-rapp), gest. 1913 in Halle/Saale, Abiturient der Friedrichsschule in Gumbinnen, stu­dierte Medizin 1875—79 in Königsberg, Assistenzarzt am dortigen städtischen Krankenhause, seit 1884 an der chirurgischen Klinik in Berlin, im November 1887 von Kaiser Wilhelm I. mit der Behandlung des in San Remo krank liegenden Kron­prinzen betraut, bei dem er im Februar 1888 unter schwierigen Verhältnissen den Luftröhrenschnitt ausführte. Kaiser Wilhelm II. verlieh ihm den erblichen Adel.


Brandes, Ernst, geb. 1862, gest. 1935, studierte Jura in Leipzig und Halle, da­nach Gerichtsreferendar in Gumbinnen und Königsberg, 1914 Präsident der Landwirt­schaftskammer in Königsberg, trat 1933 zurück.


Brandtner, Hermann, geb. 1887 in Klein-Warningken, nach dem Tode von Rechnungsrat Wenghofer Rendant der Salzburger Anstalt in Gumbinnen, als Post­rat a. D. Ab 1931 Mitglied des Vorsteheramtes und Vorstandsmitglied des Salzburger Vereins.


von Bredow, Matthias Christoph, geb. 1685, gest. 1734, wurde nach der Gründung der Kriegs- und Domänenkammer Präsident des Litauischen Departements, stammt aus der Mark Brandenburg. Friedrich Wilhelm I. vertraute ihm die Einrichtung der litauischen Deputation an, die schließlich 1724 in Gumbinnen ihren Sitz fand. Was in Litauen volkswirtschaftlich und bevölkerungspolitisch von jetzt ab geschah, ist zum großen Teil v. Bredows Werk. Für ganz Preußen war von Bedeutung, dass auf seine energischen Vorstellungen hin die von Görne betriebene Administration der Domänen zugunsten der Verpachtung verfiel. Seine Verdienste erkannte der König an, indem er ihn 1726 zum Wirkl. Geh. Etats- und Kriegsrat bestellte und ihm einen Sitz in der Preuß. Regierung einräumte. Als er im 49. Lebensjahre starb, schrieb der König an den ersten Kammerpräsidenten von Lesgewand: „Ich habe einen treuen und großen Minister und Ihr einen ehrlichen und fleißigen Gehülfen und Freund an ihm ver­loren."


von Broscowius, Johann Daniel, geb. 1745 in Ruß, Kr. Heydekrug, gest. 1809, seit 1807 Präsident an der Kammer in Gumbinnen; hier hat er bei Durchführung der staatswirtschaftlichen Reformen der Steinschen Epoche erfolgreich mitgewirkt. Die 1809 angebotene Stelle als Regierungspräsident in Marienwerder konnte er wegen seines Todes nicht mehr antreten.


Burchard, Karl, Regierungsassessor und Rittergutsbesitzer in Schöppenfelde, war von 1840—1889, also 49 Jahre lang, Landrat des Kreises Gumbinnen. Er starb als Geheimer Regierungsrat a. D. im 89. Lebensjahr in Königsberg.


Bussas, Franz, Mühlen- und Gutsbesitzer in Norutschatschen. Er erbaute im Ver­bindungsweg Goldaper Straße zur Mühlenstraße um 1900 die ersten sieben Häuser. Die Straße wurde nach ihm benannt. Er setzte sich tatkräftig für die Eingemeindung von Norutschatschen nach Gumbinnen ein.


 [zurück]