Cappeller, Karl Johann Wilhelm, geb. am 22.03.1840 in Alexkehmen, Kr. Stallupönen (Ebenrode), gest. 1925 in Jena, besuchte das Gymnasium in Gumbinnen, studierte seit 1860 indogermanische Sprachen, Sanskrit und Litauisch in Berlin, Leip­zig, Paris und London. Er gab später viele Sanskrittexte heraus und auch litauische Aufzeichnungen aus dem Kreise Stallupönen (Ebenrode) mit Anmerkungen und Wörterbuch (1904), erschienen in Mitteil, d. Lit. literer. Ges. 4 (1915), und 2. Aufl. Preuß. Holland 1925.


 

Clemens, Reinhold, Regierungs-Rat und 1. Direktor des Friedrichsgymnasiums zu Gumbinnen, geb. 1764 im Kreise Marienburg, gest. 1821 in Gumbinnen. Gegen Ende seiner Laufbahn im Jahre 1808 wurde er als Kgl. Schulrat und Mitglied des in Gumbinnen neu gegründeten Konsistoriums für Kirchen- und Schulsachen und zu­gleich zum Rektor der Gumbinner Friedrichsschule (Lateinschule) ernannt, die bald darauf als Kgl. Provinzialschule anerkannt wurde. 1810 wurde er Regierungsrat, 1812 der erste Direktor der zum Gymnasium erhobenen Friedrichsschule. Im Jahre 1811 gab er den Anstoß zur Begründung der Gumbinner Cecilienschule, der ältesten höheren Mädchenschule Ostpreußens. Auf C. geht übrigens auch der Titel Oberlehrer zurück, der erst im 20. Jahrhundert durch den Titel Studienrat abgelöst wurde. Schriften zur Reform des Schulwesens finden sich in den Programmen der Gumbinner Friedrichsschule von 1809, 1810, 1813, 1814, 1815 und 1817. In seinen letzten Le­bensjahren hatte er unter schwerer Krankheit zu leiden.


von Corvin-Wiersbitzki, Otto Julius Bernhard, geb. 12.10.1812 in Gumbinnen, gest. 23.09.1886 in Dresden, eines der buntesten Menschenschicksale, die man sich denken kann. Im Jahre 1824 begann er mit der militärischen Laufbahn, die er wegen seiner freigeistigen Art 1835 abbrechen musste. Im Februar 1848 stand er in Paris auf den Barrikaden, beteiligte sich dann an der „Deutschen Legion" Herweghs, flüchtete in die Schweiz, kam wieder nach Berlin und betätigte sich in der äußersten Linken der vormärzlichen Bewegung. Im Mai 1849 griff er bei dem demokratischen Auf­stand in Baden erneut zu den Waffen, wurde zum Tode verurteilt, aber begnadigt und verbrachte 6 Jahre im Gefängnis. Danach ging er nach London und von dort 1861 als Zeitungsberichterstatter über den Sezessionskrieg nach Amerika, trat in das Heer der Nordstaaten ein, wurde Oberst und kam in das Kriegsministerium. 1867 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte als Berichterstatter ausländischer Zei­tungen. Als solcher hat er auch den Krieg 1870/71 miterlebt. Schließlich gehörte er zu den Mitbegründern des Allgemeinen Deutschen Schriftstellerverbandes. Schrift­stellerisch arbeitete er radikal gegen die katholische Kirche und gab den berühmt-berüchtigten „Pfaffenspiegel" heraus, in dem er Zustände und Leben in der Kirche lächerlich zu machen versuchte und als Folge von Betrug und Gemeinheit erscheinen ließ. Das Buch war insofern geschickt und schwer angreifbar abgefasst, weil C. nur Quellen kirchlicher Natur benutzte.


Czwalina, Arthur, Oberstudiendirektor von 1923 bis 1937 an der Friedrichs­schule. Er war ein Mathematiker von Ruf, der durch wissenschaftliche Veröffent­lichungen und durch die Neubearbeitung mathematischer Lehrbücher (Kambly-Thaer) einen Namen hatte.


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