Dieckert, Kurt, Oberregierungs- und Baurat an der Regierung Gumbinnen, geb. 17.12.1893 in Allenburg, gest. 02.11.1959 in Hannover. Mitarbeiter am „Gum-binner Heimatbuch", Mitverfasser von „Der Kampf um Ostpreußen".


Degner, Arthur, Maler, Professor an der Hochschule für bildende Künste. Man schreibt von ihm: „Wenn der Sinn aller Kunst darin besteht, vom Abbild in allen Bereichen frei zu kommen, um zum Ziel aller echten Kunst zum Sinnbild zu werden, so kann man in unserem Falle nur sagen, dass Degner in unzähligen Werken und musterhafter Form es verstanden hat, dieses Ziel zu erreichen. D. ist geb. am 02.03.1888 in Gumbinnen.  


Dewischeit, Friedrich Karl August, geb. 05.03.1805 in Königsberg, gest. am 27.08.1884 in Gumbinnen; sein Vater war Stadtpolizeikommissar von Königsberg. Er war Jurist und Philologe, 1829—1845 Lehrer am Gymnasium in Lyck, 1845—1854 Direk­tor des Progymnasiums in Hohenstein, 1854—1876 Professor am Gymnasium in Gumbinnen. Er war dichterisch veranlagt und hoch musikalisch. Die Schönheit der masurischen Landschaft veranlasste ihn, u. a. 5 Masurenlieder zu verfassen und zu vertonen. Unter ihnen war das Leid „Wild flutet der See", das ursprünglich „Des Masuren Wanderlied" hieß, das bekannteste; es ist das Nationallied der Deutschen in Masuren geworden. Er betätigte sich auch sportlich: Turnen, Schwimmen, Schlitt­schuhlaufen, Fechten und war ausgezeichneter Jäger und Schütze. In Lötzen ist ihm 1915 ein Denkmal gesetzt worden. Die Urschrift des Liedes „Wild flutet der See" wurde in der vaterländischen Gedenkhalle in Lötzen aufbewahrt. In Lyck stand eine Dewischeit-Birke mit Gedenktafel.


Dodilett, Gustav (* 24.06.1820 in Angerburg; † 9. Februar1894) war Regierungsrat und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Dodilett besuchte das Gymnasium in Gumbinnen und die Universität Königsberg. Er machte das Examen als Regierungs-Referendar in Gumbinnen und 1846 das Staatsexamen in Berlin. Dodilett wurde zur Bekämpfung des Notstandes in Gumbinnen als Assessor beschäftigt und im Oktober 1847 der Generalkommission in Breslau überwiesen. Von September 1848 bis Januar 1852 verwaltete er das Landratsamt in Pillkallen und war dann Landrat in Insterburg bis 1. Februar 1871 und dann Regierungsrat in Gumbinnen. Seit 1. Oktober 1873 war er Ober-Regierungsrat und Dirigent der Kirchen- und Schulabteilung. Mit Errichtung des Verwaltungsgerichts Gumbinnen war er dessen Vorsitzender bis 1878. Außerdem war er Landtagsabgeordneter für den Kreis Insterburg-Gumbinnen von 1867 bis 1869. Von November 1888 bis 1893 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Insterburg und die Deutschkonservative Partei.


von Domhardt, Johann Friedrich, geb. 13.09.1712 in Allrode am Harz, gest. am 20.09.1781. Sein Vater Just Heinrich D. war Gutsverwalter. D. besuchte die Schulen in Halberstadt und Tilsit und lernte als praktischer Landwirt bei seinem Vater, der 1724 als Administrator, später als Pächter des Domänenamtes Althof-Ragnit nach Ostpreußen gegangen war. Im Jahre 1724 übernahm D. selbst die Domänenpacht Althof, zu der er 1736 noch die Pacht der Domäne Sommerau dazunahm. Beide be­wirtschaftete er bis 1746, als ihn König Friedrich II. zum Kriegs- und Domänenrat ernannte, zuerst bei der Kammer in Königsberg, dann in Gumbinnen, wo er im be­sonderen die Reorganisation des Trakehner Gestütes mit großem Erfolg durchführte. Sein Aufgabenkreis erweiterte sich erheblich, als im Siebenjährigen Kriege Ostpreu­ßen von den Russen besetzt wurde. Als Präsident der Domänenkammer in Gum­binnen unter russischer Aufsicht verstand er es, durch kluge Behandlung der russischen Aufpasser weitgehend für die Schonung der Provinz zu sorgen. Auch die Verbindung mit Friedrich II. konnte er dauernd aufrechterhalten und die Armee auf Umwegen mit Geldmitteln und Getreidelieferungen unterstützen. Nach Eintritt des Friedens über­trug ihm der König auch das Präsidium der Königsberger Kammer. Trotz großer Schwierigkeiten setzte er den Bau des Johannisburger Kanals durch. Mit der Erwer­bung Westpreußens 1772 vergrößerte sich sein Aufgabenbereich abermals. Er hatte die Kriegs- und Domänenkammer in Marienwerder einzurichten, das Domänenwesen, die Justizverwaltung, die Heeresverwaltung, die Ansiedlung neuer Kolonisten zu organisieren. In Gumbinnen ist auf Domhardts Anregung die Friedrichsschule aus­gebaut und ein neues Schulgebäude errichtet worden.


Donalitius (Donaleitis), Christian, geb. 01.01.1714 in Lasdinehlen bei Gumbinnen, gest. am 18.02.1780 in Tollmingkehmen, Kr. Goldap. Sein Vater war kölmischer Bauer. Er studierte Theologie in Königsberg und mehrere Sprachen, darunter das Litauische, wurde 1740 Kantor in Stallupönen, 1742 Rektor und 1743 Pfarrer in Tollmingkehmen. Er war ein wirksamer Kanzelredner und ungewöhnlich vielseitig be­gabt; so stellte er optische Gläser her, Thermometer, Barometer, Klaviere usw. Seine eigentliche Bedeutung liegt darin, dass er der einzige Kunstdichter der preußischen Litauer war. Seine literarischen Zeugnisse hat er selbst aber nicht veröffentlicht, erst 1818 gab Rhesa vier Idyllen „Das Jahr in vier Gesängen" in deutscher Sprache und 1825 die Fabeln des Äsop in litauischer Sprache heraus. Im Jahre 1865 veröffentlichte August Schleicher die litauischen Dichtungen des Donalitius mit Glossar in Peters­burg, 1869 Nesselmann „Litauische Dichtungen nach der Königsberger Handschrift". Eine Übersetzung mit Erläuterungen von Louis Passarge erschien 1894. Ein Gedenk­stein für Donalitius stand bis 1945 noch im Gutspark von Lasdinehlen. Es ist so sicher falsch, den Geburtsort in Lasdinehlen, Kr. Pillkallen (Schloßberg) zu suchen.