von Manstein, Albrecht Gustav Ehrenreich, geb. 18.08.1805 in Wilpischen, Kr. Gumbinnen, gest. 11.05.1877 in Flensburg, machte eine militärische Laufbahn, wurde 1864 beim Sturm auf die Düppeler Schanzen verwundet und mit dem Pour le mérite ausgezeichnet. Im Jahre 1866 erhielt er das Eichenlaub zum P.l.m., als er entscheidend bei Königgrätz führte. Bei Formierung des IX. A. K. in Schleswig-Holstein mit Sitz in Schleswig 1867 wurde M. dessen Kommandeur, im folgenden Jahre General der Infanterie und Chef des Regiments Nr. 84 (Schleswig, Hadersleben), das bis 1918 seinen Namen führte, den später auch ein Fort bei Metz trug. M. führte das IX. Korps 1870 bei Gravelotte, Metz usw. und behielt es, bis er 1873 unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens z. D. gestellt wurde. Einer seiner Söhne blieb 1870 als Hauptmann vor Spichern.


Marold, Karl, geb. 25. 10. 1850 in Jodszen, Kr. Stallupönen, gest. 16.03.1909 in Königsberg, besuchte das Gymnasium zu Gumbinnen, studierte in Königsberg Deutsch und klassische Philologie und wirkte bis zu seinem Tode am Friedrichskollegium in Königsberg. Er verfasste eine große Zahl wissenschaftlicher Arbeiten.


Merguet, Hugo, geb. 31.01.1841 in Pillau, gest. 01.07.1911 in Dresden-Striesen, besuchte das Gymnasium in Gumbinnen, studierte 1859 in Königsberg Philologie und wurde 1865 Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Gumbinnen, von dort erhielt er die Berufung 1874 an das neugegründete Königl. Wilhelmsgymnasium nach Kö­nigsberg. Seine früheren wissenschaftl. Arbeiten beschäftigten sich mit Gegenständen der lateinischen Grammatik unter Berücksichtigung der vergleichenden Sprachfor­schung; dann hat er als Lexikograf gearbeitet: Lexikon zu den Reden des Cicero 4 Bände, 1877—84, zu den Schriften Ciceros 3 Bände 1887—94, zu den Schriften Cäsars und seiner Fortsetzer 1886, zu Vergilius 1912, Handlexikon zu Cicero 1905.


Merleker, Karl Friedrich, geb. 1803, gest. 1872 in Königsberg, 1826 Lehrer am Kgl. Friedrichs-Gymnasium, 1831 am Kgl. Friedrichs-Kollegium in Königsberg, wo er bis 1866 wirkte. Verfasser zahlreicher Schriften historischen, geografischen, statisti­schen und pädagogischen Inhalts.


Moritz, Bruno, geb. 28.09.1897 in Gumbinnen, gest. 13.12.1965 in Marienheim, Pfarrer an der Neustädtisch-Reformierten Kirche in Gumbinnen. Er kam 1934 in sein Amt nach Gumbinnen, war sehr rührig, brachte neuen Auftrieb in das Gemeindeleben und schrieb auch die Geschichte seiner Gemeinde. Seine Rundbriefe an die Gemeindemitglieder nach der Vertreibung brachten Trost und Gottvertrauen.


Müller, Rudolf Emil Anton, geb. 06.02.1850 in Falkenberg/Schlesien, gest. 05.01.1916 in Gumbinnen, studierte in Breslau Mathematik und Naturwissenschaften und promovierte 1875 zum Dr. phil. Er war von 1875 bis zu seinem Tode an der Real­schule und nach deren Vereinigung mit dem Friedrichsgymnasium an der daraus her­vorgegangenen Friedrichsschule in Gumbinnen tätig; 1893 zum Professor ernannt, betätigte er sich wissenschaftlich auf dem Gebiete der Botanik, Geologie und Meteoro­logie. Seine Arbeiten erschienen meist in den Schulprogrammen. Im Jahre 1914 hat er nach der Flucht der städtischen Behörden als von den Russen bestellter Gouverneur vom 23.08.—11.09. die Stadt verwaltet und durch sein umsichtiges und tatkräftiges Handeln vor schwerem Schaden bewahrt. Er wurde mit dem E.K. II ausgezeichnet.


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