Peter, Gustav Albert, geb. 21.08.1853 in Gumbinnen, gest. 04.10.1937 in Göttin­gen, besuchte die höhere Bürgerschule in Gumbinnen und die Realschule a. d. Burg in Königsberg, studierte dort seit Ostern 1870 Naturwissenschaften, namentlich Botanik bei R. Caspary und promovierte 1874. Bald darauf berief ihn der Botaniker K. v. Nägeli nach München zur Hilfe bei seinen Arbeiten über das Problem der Artwandlung. Er habilitierte sich 1884 in München und wurde 1888 als ord. Professor nach Göttin­gen berufen. 1889 wurde er Mitglied der Preuß. Akademie der Wissenschaften, 1910 Geh. Regierungsrat, 1913 trat er eine Afrikareise an und legte eine große Sammlung an; unter englischer Besetzung in den deutschen Kolonien setzte er seine Arbeiten fort, doch die Sammlungen gingen verloren. Als 70-jähriger wiederholte er die Reise und brachte ein Herbar von etwa 50.000 Nummern im September 1926 mit nach Hause. Er gedachte, das Material in einer Flora von Deutsch-Ostafrika aufzuarbei­ten, erlebte jedoch nur das Erscheinen der ersten Lieferungen. 1871 war von ihm „Die Flora der Angerapp-Ufer" im Druck erschienen.


von Plehwe, Carl Ludwig Bernhard Gottlieb, geb. 25.09.1834 in Dwarischken, Kr. Pillkallen, gest. 06.12.1920, besuchte das Gymnasium zu Gumbinnen, nach dem juristischen Studium Kreisgerichts-Auskultator zu Gumbinnen, ging 1858 bereits nach Tilsit und dann nach Insterburg, als Assessor nach Ortelsburg, Mehrungen, Memel, Tilsit, wo er z. T. bereits als Staatsanwalt wirkte, wurde dann einer der bekannte­sten und hervorragendsten höchsten richterlichen Beamten Ostpreußens, 1907 Kron­syndikus und 1908 Kanzler im Königreich Preußen. Er war Ehrendoktor dreier Fa­kultäten der Universität Königsberg, seit 1900 Mitglied des preuß. Herrenhauses, saß im Provinzialausschuß und im Prov.-Landtag. In frühen Jahren in die Provinz­synode gewählt, stand er inmitten des kirchlichen Lebens der Provinz. Er verfasste mehrere Beiträge zur Geschichte Ostpreußens.


Paethe, Kurt, Bildhauermeister, Mitbegründer des Fußballklubs Preußen in Gumbinnen und Förderer der sportlichen Jugendarbeit; bekannte Persönlichkeit in ost­preußischen Sportkreisen, gest. 20.10.1959 in Velbert.


Pflichtenhöfer, Fritz, geb. 01.07.1889 in Steinheide, Kr. Goldap, Mühlen- und Gutsbesitzer in Gumbinnen, 1922 in das Vorsteheramt der Salzburger Anstalt Gumbinnen gewählt. Nach dem Tode von Kaufmann Ehmer Vorsitzender dieses Amtes.


Pfundtner, Hans, geb. in Gumbinnen. „Der heimattreue Ost- und Westpreuße" 17. Jhg. Heft 7 vom 1. 7. 1937 berichtet: „Staatssekretär Pfundtner weilte kürzlich in der Stadt (Gumbinnen). Bei dieser Gelegenheit wurden ihm in einer Festsitzung der Ratsherren der Stadt die Rechte eines Ehrenbürgers der Stadt Gumbinnen ver­liehen. Er ist in Gumbinnen geboren und entstammt väterlicher- und mütterlicher­seits alten Salzburgerfamilien. Die alten Gumbinner erinnern sich noch des jungen Hans Pfundtner, und unvergessen ist seine mutige Rettungstat, die er als siebzehn­jähriger Primaner vollbrachte. Im Winter 1898 rettete er einen auf dem Eis eingebro­chenen Mitschüler. Er sprang dem Ertrinkenden von der Pissa-Brücke aufs Eis nach und brach selbst dabei ein. Unter Aufbietung aller Kräfte gelang es ihm, dem Un­glücklichen das Leben zu retten. Dafür wurde ihm später die Rettungsmedaille ver­liehen."


Praetorius, Matthaeus, geb. 1630 in Memel, gest. 4.(?) 10.1704 in Neustadt/ Westpreußen, studierte in Königsberg Theologie, 1664—1685 Pfarrer in Niebudszen, Kr. Gumbinnen. Praetorius beschäftigte sich viel mit der litauischen Sprache und Volksart und bemühte sich, Nachrichten über die alten Preußen zu sammeln, deren Sprache aber damals schon ausgestorben war. Leider ist sein Werk „Deliciae Prussicae oder Preußische Schaubühne" nur in Auszügen (von W. Pierson 1871) gedruckt worden. Die Handschrift, die in zwei dicken Foliobänden im Staatsarchiv Königsberg aufbewahrt wurde, ist seit 1945 verschollen, desgleichen die für den Kriegsrat Bolz (1780) daraus gefertigte Abschrift. Das Werk ist ein Zeugnis für das erwachende Interesse am preußischen Altertum. P. muss darin als ein Vorläufer von Hartknoch gelten, mit dem ihn anfangs Freundschaft verband, von dem ihn später Rivalität trennte. P. wurde in seinen Studien von der preußischen Regierung unterstützt, die 1676 die preußischen Ämter anwies, ihm Nachrichten zukommen zu lassen. P. hat auch einige Kirchenlieder ins Litauische übersetzt. Später verließ er Niebudszen und trat zum Katholizismus über. Im Dienste Polens verfasste er 1688 den „Orbis Gothicus" und 1691 den „Mars Gothicus", in denen er Polen verherrlichte und die Abstammung von den Goten nachwies.


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