Radtke, Eugen, Reichsbahnrat, der als Leutnant der Reserve des Infanterie-Regiments 24 im Ersten Weltkrieg das Fort Douaumont erstürmte und für diese Heldentat den Orden Pour le mérite erhielt. Eine Klasse der Oberrealschule (Tertia?) führte nach ihm die Bezeichnung „Eugen-Radtke-Klasse". Er ist demnach Schüler der Friedrichsschule gewesen.


Richter, Johann Christoph, geb. 1768 in Gumbinnen, gest. 14.01.1853 in Königs­berg. R. erhielt 1794 in Königsberg eine Handelserlaubnis, betrieb mit dem Kauf­mann Rosenkranz einen Tuchhandel und mit Johann Jakob Koch einen offenen Weinhandel in den Schloßkellern. Im Jahre 1806 heiratete er in 3. Ehe Louise Karoline Schindelmeißer, geb. Quassowski, die Witwe des Weinhändlers David Schindelmeißer, und übernahm dessen große Weinhandlung. Er verlegte sie 1827 nach dem Schloß, wo sie den Namen Blutgericht erhielt.


Ritter, Otto, Gutsbesitzer in Steinsruh, 1909 im 76. Lebensjahr verstorben, als führender Landwirt und Pferdezüchter war er in ganz Ostpreußen bekannt. Als Kreisdeputierter und in 26 Ehrenämtern in kommunalen und landwirtschaftlichen Organisationen war sein Rat und seine Tatkraft geschätzt. Hier trat er in die Fuß­stapfen seines Vaters. In dessen Hause in Belle-Alliance, dem späteren Groß-Cannapinnen und heutigen Steinsruh, wurde am 13. Juni 1821 die konstituierende Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Gesellschaft abgehalten. Auch die erste landwirtschaftliche Tierschau wurde 1821 in Steinsruh durchgeführt.


Rosencrantz, Dr. Otto, Regierungspräsident in Gumbinnen von 1920 bis 1933. Er war ein besonders befähigter Jurist und Verwaltungsbeamter. In politisch bewegter Zeit an die Spitze des Regierungsbezirks berufen, verstand er es in verhältnismäßig kurzer Zeit, das Vertrauen der ihm unterstellen Beamtenschaft wie der Bevölkerung seines Regierungsbezirks zu gewinnen.


Rosenfeld, Ernst Heinrich, geb. 14.08.1869 in Gumbinnen, gest. 12.05.1952 in Münster/Westfalen. Er studierte Jura und machte sich als Straf- und Kirchenrechtler einen Namen und hinterließ eine Reihe von Veröffentlichungen.


Ruhig, Philipp, geb. 31.03.1675 in Kattenau, Kr. Stallupönen, gest. 05.04.1749 in Walterkehmen, Kr. Gumbinnen, sein Vater war Pfarrer in Kattenau. R. studierte zu­nächst in Königsberg Rechtswissenschaften, dann Theologie und wurde 1708 in Kö­nigsberg ordiniert und im gleichen Jahre Pfarrer in Walterkehmen, wo er bis an sein Lebensende wirkte. Bahnbrechend für die litauische Sprachwissenschaft wurde sein „Litauisch-deutsches und Deutsch-litauisches Wörterbuch" (Königsberg 1705), eines der ersten litauischen Wörterbücher. Sein Sohn Paul Philipp verfasste später eine litauische Grammatik.


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