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Schacknies, Fritz, geb. 26.05.1891, Seilermeister, Kreishandwerksmeister und Kaufmann in Gumbinnen; Obergauturnwart des Ostpreußischen Grenz- und Memelgaus. Selbst guter Turner, förderte er besonders das Kunstturnen. Die Kunstturnwett­kämpfe in Gumbinnen, Insterburg und Tilsit gegen den Pregelgau standen auf einer hohen Stufe des Könnens und gaben das beste Zeugnis vom Einsatz des Obergau­turnwartes.


Schaudinn, Fritz Richard, geb. 1871 in Röseningken, Kr. Darkehmen, gest. 22.06.1906 in Hamburg, besuchte das Gymnasium in Insterburg von 1879—1882, anschlie­ßend das Friedrichsgymnasium in Gumbinnen, wo er am 11.03.1890 die Reifeprü­fung ablegte. Er hatte namentlich Berühmtheit erlangt durch die Feststellung der Erreger der Syphilis und gewann Bedeutung für die Protozoenkunde durch seine weitgehenden Forschungen.


Schawaller, Toni, Heimatdichterin, wohnhaft in Brakupönen (Roßlinde). Ihre Gedichte und Erzählungen in Heimatzeitschriften und im Ostpreußenblatt wurden gern gelesen.


Schlieben, Gottwald Georg Erwin, geb. 06.04.1831 in Gumbinnen, gest. vor 1913 in Berlin. Sein Vater: Bibliothekar der Regierung Gumbinnen. Sch. besuchte das Gymnasium in Gumbinnen und begann 1850 Theologie zu studieren, dann Sprach­wissenschaften an verschiedenen Universitäten. Er leitete das Studium des Barons Anselm Salomon von Rothschild, des späteren Chefs des Wiener Hauses. Er schrieb Dramen und Romane. Das erste Drama, „Waydote, Prinz von Litauen" schrieb er anlässlich eines Preisausschreibens zur 600-Jahr-Feier der Stadt Königsberg.


von Schlieckmann, Albrecht, geb. 28.08.1835 in Magdeburg, gest. 14.05.1891 in Königsberg, promovierte 1857 zum Dr. jur., seit 1879 Regierungspräsident in Gumbinnen.


von Schön, Heinrich Theodor, geb. 20.01.1773 in Schreitlauken, Kr. Tilsit, gest. 23.07.1856 in Arnau bei Königsberg. Nach Vorbereitung durch Hauslehrer studierte er seit 1788 in Königsberg Rechts- und Staatswissenschaften. Seit 1793 als Referen­dar im Staatsdienst, wurde er frühzeitig vom Minister Friedrich Leopold v. Schroetter bemerkt, der ihm Studienreisen in England und Mitteldeutschland ermöglichte. Sein politisches Denken wurzelt in der Kantischen Sittenlehre: Jeder Staatsangehö­rige hat Anspruch auf Freiheit. Von 1809 bis 1816 wirkte er als Regierungspräsident in Gumbinnen, 1816 wurde er Oberpräsident von Westpreußen und von 1824—1842 Oberpräsident der Provinzen Ost- und Westpreußen. Er gehörte zu den maßgebenden Männern, die die Erhebung gegen Napoleon vorbereiteten. Hervorragendes leistete er für die allgemeine Volksbildung. Im Jahre 1811 wurde allein im Bezirk Gumbinnen mit dem Bau von 21 neuen Schulen begonnen. In Karalene entstand ein Schul­lehrerseminar als Pflegestätte der neuen Pestalozzi-Erziehungs- und Unterrichts­methode.


Schön, Willi, geb. 20.04.1879 in Schneidemühl, gest. 13.11.1955 in Berlin, 1. Bürgermeister der Stadt Gumbinnen von 1916—1937. Seine Aufgeschlossenheit und Menschenfreundlichkeit haben ihm die Wertschätzung und Anhänglichkeit aller Schichten der Bevölkerung eingetragen. Fortgesetzt war er bemüht, die Entwicklung der Stadt in jeder Weise zu fördern. Es gelang ihm, die Staatliche Ingenieurschule nach Gumbinnen zu bekommen.


Schöning, Otto, geb. 16.03.1861 in Gumbinnen, gest. 03.07.1934 in Gumbinnen, Kreissparkassendirektor in Gumbinnen von 1892—1921, Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des Deutschen Sparkassenbundes, Inhaber vieler Ehrenämter, Stadtver­ordneter, im Deutschen Roten Kreuz, im Mietseinigungsamt, Ehrenmitglied des MTV. Er war liberal mit ausgeprägtem Bürgersinn. Er schrieb die Geschichte des Männerturnvereins zum 25jährigen Bestehen dieses Vereins (1889), dessen langjähri­ger Vorturner er war.


Schultheiß (Scultetus) von Unfriedt, Joachim Ludwig, geb. 1678, gest. 10.06.1753 in Königsberg, Bestallung zum Kgl. Preuß. Ingenieur und Baumeister in Kö­nigsberg erfolgte am 9. Januar 1702, am 11. Juni 1705 die Verleihung des Charakters eines Baudirektors. Bis 1721 von Königsberg abwesend, bis er am 18. November 1721 als Oberlandbaudirektor nach Königsberg zurückkehrte, wo er bis zu seinem Tod als oberster Baubeamter und Rat mit Sitz und Stimme in der 1723 gegründeten Kriegs- und Domänenkammer tätig war. Von ihm stammen eine ganze Anzahl be­kannter Bauten in Königsberg, sowie die Bebauungspläne für die Städte Tapiau, Ragnit, Gumbinnen, Darkehmen, Stallupönen, Schirwindt und Bialla, auch der Ent­wurf zu einem Konferenz- und Rathaus für Gumbinnen (1727) und der Entwurf zu der von 1736—1739 errichteten reformierten Kirche in Gumbinnen.


Schütz, Friedrich, geb. 11.01.1873 in Ladenburg/Baden, gest. auf der Flucht in Berlin, Verlagsbuchhändler, übernahm 1904 die Buchhandlung Sterzel, Gebr. Reimer, später Buchhandlung Schütz. Aus Passion wurde er Heimat- und Sippenforscher. Leider ist sein unschätzbares Material verloren gegangen.


Seemann, Gotthard, 1809 Bürgermeister von Gumbinnen, später Landrat von Goldap. Er erwarb sich in der napoleonischen Zeit große Verdienste um die Stadt. Nach schweren Auseinandersetzungen mit den Franzosen 1812 verhaftet, sollte er er­schossen werden. Der Bürgermeister schrieb dazu: „Obrist Sarizell ist der schöne Herr, welcher mich arretierte und für mir nichts dir nichts totschießen lassen wollte".


Siemoneit-Barum, Gerhard, geb. 6. März 1931 als Gerd Siemoneit in Gumbinnen, ist einer der bekanntesten deutschen Zirkusdirektoren und (ehemaliger) Dompteur.
Nach der Flucht im Zweiten Weltkrieg landete seine Familie in Hamburg. Obwohl er in gutbürgerlichen Verhältnissen aufwuchs, reizte ihn das Zirkusleben, und er schloss sich hier ohne Wissen der Familie im Mai 1946 dem Circus Williams an, kehrte aber im Winter zurück. 1948 konnte er eine Anstellung beim Circus Barum bekommen, erst als Requisiteur, später als Tierpfleger, danach als Jockey. 1952 stand er hier erstmals als Dompteur in der Manege.
Seine Karriere führte zu verschiedenen Zirkussen, seit 1962 arbeitete er mit eigenen Tieren. Auf Grund seiner Bekanntheit wirkte er in Dokumentarfilmen und Fernseh-Serien wie Jens Claasen und seine Tiere mit. Einmal war er zu Gast bei Ed Sullivan in den USA.
1956 heiratete er die Artistin Inge Bielewski, die er beim dänischen Circus Benneweis kennengelernt hatte. 1970 kauften sie das Material des bereits 1968 eingestellten Circus Barum und gründeten ihren eigenen Circus Safari. 1972 erwarben sie die Rechte an dem Namen Barum, der damit Bestandteil des Familiennamens Siemoneit wurde. Der Name des Zirkus wurde in Circus Siemoneit-Barum geändert.
Inge Siemoneit führte als Direktorin die Geschäfte, während sich Gerd Siemoneit ganz auf die Dressur seiner Raubtiergruppen konzentrierte, auf Safari ging und beim Fernsehen mitwirkte. Auch Inge Siemoneit war mit Leib und Seele beim Circus. Unerschrocken sprang sie ihrem am Boden liegenden Mann bei, der während der Vorstellung von den Raubkatzen angefallen wurde. Während einer Krankheit ihres Mannes in Italien trat sie mit der Löwengruppe auf. Sie errichtete auch das gemeinsame Haus und Winterquartier in Einbeck. Plötzlich und unerwartet starb Inge Siemoneit nach 18-jähriger Ehe 1974 an einer Lebererkrankung.
1975 heiratete Siemoneit-Barum Rosalind, eine englische Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin, mit der er zwei Kinder hat: Rebecca (1977) und Maximilian (1982), welcher mitunter als Direktor auftrat.
Seit Ende 2002 tritt er nicht mehr als Dompteur auf, seine Tiere übergab er dem Serengeti-Park Hodenhagen. Sein Nachfolger war bis zum Jahresende 2006 der Engländer Alexander Lacey, der von 2007 bis 2011 im Zirkus Charles Knie engagiert war und seit 2012 im größten Circusunternehmen der Welt, nämlich Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus in den USA.
Am 26. Oktober 2008 stand er das letzte Mal als Zirkusdirektor beim Circus Barum in der Manege, es war zugleich die letzte Vorstellung des Circus Barum, welcher nicht weitergeführt wird.

(Quelle: Wikipedia)


Sinnhuber, Hanns, geb. 27.03.1881 in Wilkoschen, Kr. Gumbinnen, ab 1897 in Norutschatschen, ab 1901 in Gumbinnen, Magazinplatz 3, wohnhaft; 1910 nach Meelbeckstraße 6 umgezogen, besuchte hier das Kgl. Friedrichs-Gymnasium, bestand am 9. Februar 1907 die Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium der Friedrichs­schule. Am 16. April 1907 Dienstantritt als Fahnenjunker beim 2. Ostpr. Feldart.-Reg. Nr. 52 in Königsberg, im Herbst 1907 Kriegsschule Danzig und im Dezember 1907 zum Fähnrich befördert. Juli 1908 Offiziers-Examen an der Kriegsschule und dann zurück zum Truppenteil. Es folgt Friedensdienst bis 1914. Am 8. Aug. 1914 als Ordonnanzoffizier ins Feld gerückt, in Gumbinnen ausgeladen und in Kulligkehmen Ortsunterkunft bezogen. Am 14. August wurde die Abteilung in Richtung Grenze vorgeschoben. Am 15. 8. bei einer gewaltsamen Erkundung gegen Eydtkuhnen erhielt sie die Feuertaufe. Für eine Aufklärungspatrouille gegen die Rominter Heide erhielt Sinnhuber 1914 das EK I., zu dem ihn ein Infanterie-Bataillonskom­mandeur vorgeschlagen hatte. Das EK II. war ihm schon in der Schlacht bei Gum­binnen verliehen worden. Im November 1914 avancierte er als Oberleutnant zum Regiments-Adjutanten des Regiments 52. Ab März 1916 stand er an der Westfront vor Verdun, doch bald wieder im Osten. Ende 1917 allerdings erfolgte die Verlegung für den Rest des Krieges an die Westfront. Hier wurde er zum Hauptmann befördert. Im Zusammenhange mit der Großen Schlacht in Frankreich erfolgte die Verleihung des Ritterkreuzes des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Nach dem Zusammenbruch von 1918 trat er in den ostpreußischen Grenzschutz ein und wurde danach in das 100.000-Mann-Heer der Reichswehr übernommen. Am 01.02.1927 wird er 1. Adjutant im Stab der 1. (Pr.) Infanterie-Division (Wehrkreiskommando I), Königsberg. Am 01.06.1929 zum Major befördert, am 01.08.1933 Kommandeur der II. Abt. 3. (Pr.) Art.-Rgts. in Frankfurt/Oder ernannt, am 01.10.1933 zum Oberst­leutnant befördert, am 01.10.1934 Kommandeur des Art.-Regts. „Elbing" in Elbing. Am 01.09.1935 zum Oberst befördert. Am 01.03.1938 Artillerie-Kommandeur Nr. 18 in Liegnitz, am 01.04.1939 Generalmajor. Als Korps-Artillerie-Kommandeur des VIII. schles. Armeekorps im September 1939 in den Polenfeldzug ausgerückt. Nach Beendi­gung nach Düren/Rheinland zum Aufmarsch an der Westfront eingesetzt. Am 21. Mai 1940 zum Kommandeur der aktiven 28. (Breslauer) Infanterie-Division er­nannt. Im Frühjahr 1941 im östlichen Aufmarschgebiet. Am 05.07.1941 Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz. Am 01.10.1943 Beförderung zum General der Artillerie. 1944 bei der Invasion eingesetzt. Kriegsgericht Torgau wegen Kritik am Führer und zu früher Sprengung einer Brücke bei Metz. Bei Werfen in amerika­nische Gefangenschaft geraten. Anfang 1946 in Allendorf bei Marburg/Lahn im La­ger. Am 17.08.1947 nach Augsburg entlassen, wo er bei seiner unverheirateten Toch­ter lebte.


Skreczka, Rudolf Ferdinand Leopold, geb. 02.12.1808 in Marggrabowa (Treu­burg), gest. 03.03.1874 in Siewken, Kr. Angerburg, hatte alte Sprachen studiert und wurde 1831 Oberlehrer in Gumbinnen, 1844 Ehrendoktor der Albertina und Direktor des Kneiphöfischen Gymnasiums. Er veröffentlichte mehrere altphilologische Spezialarbeiten.


Springer, Julius, geb. 05.08.1867 in Gumbinnen, gest. am 10.12.1960 in Kiel, ent­stammte einer alten ostpreußischen Juristenfamilie, besuchte das Kgl. Friedrichsgym­nasium in Gumbinnen bis zum Abitur (1886), studierte dann an mehreren Univer­sitäten Jura und begann seine Richter-Laufbahn in seiner Heimatstadt Gumbinnen, wurde dort 1900 Amtsrichter, später Landgerichtsrat in Insterburg und 1911 Land­gerichtsdirektor in Graudenz. Nach dem Ersten Weltkrieg ging er ans Landgericht Königsberg Pr., war dort Vorsitzender einer großen Strafkammer und des Schwur­gerichts, wurde 1921 zum Senatspräsidenten am Ober-Landesgericht in Königsberg ernannt, 1921 zu dessen Vizepräsidenten. 1932 trat er in den Ruhestand. Seine jün­gere Tochter heiratete den Verleger Gerhard Rautenberg (früher in Königsberg, nach 1945 in Leer/Ostfriesland).


Steiner, Arthur, geb. 02.07.1885 in Gumbinnen, gest. 24.09.1960 in Lychen/Uckermark, besuchte die Realschule seiner Vaterstadt, war ein guter Zeichner, liebte die Natur und die Tiere, und als er mit 15 Jahren die Schule verließ, wollte er Maler oder Förster werden. Aber er musste Kaufmann werden, doch hatte er sich ausbe­dungen, in eine Delikateß- und Wildhandlung zu kommen. Dort studierte er die Tiere und begann Jagdmotive zu malen. Für die Kaiserliche Majolikafabrik hat er unzählige Elchmodelle angefertigt. Nach der Vertreibung ging Steiner nach Tabarz/Thüringen. Dort hat er an der Ausschmückung öffentlicher Gebäude in Erfurt gewirkt.


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